Prophetische Rede heute

26. November 2021Allgemein

Der Religionsunterricht des achten Jahrgangs am Gymnasium Damme beginnt mit dem Themenfeld „Verantwortlich Handeln“, angelehnt an die biblischen Bücher der Propheten. Während die Schüler*innen zunächst die historischen Hintergründe kennenlernen, vor denen der Einsatz der biblischen Propheten gegen die gesellschaftlichen Missstände ihrer Zeit zu verstehen ist, tauchen sie später vertiefend in die Elemente prophetischen Handelns und prophetischen Redens ein. Sie entdecken auch im Laufe der Zeitgeschichte Personen, denen sie prophetisches Handeln zuschreiben könnten. So wurden auch Martin Luther King und Greta Thunberg zuletzt Bestandteil des katholischen Religionsunterrichts der Klassen 8c und f. Doch auch die Schüler*innen selbst sehen in der Gesellschaft, die uns aktuell umgibt, Missstände, auf die es hinzuweisen gilt. Missstände, die es gilt anzuprangern, klar zu benennen und zu beheben. So schrieben sie in den vergangenen Wochen ihre ganz eigenen (prophetischen) Reden, über Themen, die ihnen wichtig sind. Eine dieser Reden soll an dieser Stelle zur Veröffentlichung kommen – in der Hoffnung, dass auch sie zum Nachdenken und bewusstem, verantwortlichem Handeln einlädt.

Rassismus

Jeder kennt es, hat es miterlebt oder ist vielleicht auch selbst davon betroffen: die Rede ist von Rassismus. Rassismus ist nichts Neuartiges, auch in früheren Zeiten war Rassismus ein gängiges Thema. Natürlich wurde es von den nicht betroffenen Personen in der Oberschicht entspannter gesehen und wurde als Belustigung angesehen, dies wurde es aber von den betroffenen und angesprochenen Minderheiten nicht. In Rassismus steckt das Wort „Rasse“, damit ist also eine verletzliche Tat gegenüber einer anderen „Rasse von Mensch“ (hauptsächlich Nicht-Europäern und (weißen) Amerikanern) gemeint. Das kann alles Mögliche sein, z.B. Beleidigungen, Körperverletzung etc.. Dabei bezieht man sich meist auf das Aussehen, die Herkunft oder die Kultur eines Menschen und schreibt ihm sowohl positive als auch negative Charaktereigenschaften / Fähigkeiten / Talente / Eigenarten etc. zu. Dies tut man durch angebliches Vorwissen über andere seines/ihres Hintergrundes ohne diese Person überhaupt kennen zu lernen oder gar zu wissen wer sie/er ist. Sowas nennt man auch Stereotypen
„Afrikaner können immer gut singen oder tanzen “
„Asiaten sind doch immer schlau“
Diese Zitate sind an sich nicht schlimm, aber durch sowas kann es auch Missverständnisse geben. Stereotype sind aber nicht immer nett gemeint oder haben etwas Positives an sich:
„Afrikaner leben doch meist in sehr einfachen/armen Verhältnissen“
„Asiaten bringen nur Corona hier hin“
(Alle Zitate, die ich hier schreibe, habe ich selbst gehört oder gelesen, sei es in meinem Privatleben oder auf Social Media)

Aber Rassismus kann auch deutlich schlimmer sein. Ich erzähle nun von meinen eigenen Erfahrungen mit Rassismus. Im Kindergarten wurde sich über meine Hautfarbe lustig gemacht und mir wurden Spitznamen gegeben, die ich nicht lustig fand. Dazu wurde mir gesagt, dass meine Eltern mich angeblich gekauft haben. Im Alter von sieben Jahren, als ich mal mit meiner Mutter einkaufen war, hat mir einfach ein fremder Mann OHNE meine Erlaubnis einfach in die Haare gepackt. Als ich meinen Kopf wegzog, war ich „der Unverschämte und Eigenwillige“. Ich wurde auch beleidigt. Eine der für mich aber am verletzendsten Beleidigungen war für mich aber „Du Drecks °N-Wort°! Ich hoffe, dass du ein deine °N-Wort°-Familie an Sklaverei verrecken werden.“ Das N-Wort ist ein sehr herabwertender Begriff und wurde erstmals als Bezeichnung für schwarze Sklaven benutzt.

Und ab dem Punkt fragte ich mich, was eigentlich so falsch in unserer Gesellschaft ist, dass sowas schon seit Jahrzehnten IMMER WIEDER bis heute vorkommt. Kleine schwarze Kinder haben Angst und sind nicht zufrieden mit ihrer Hautfarbe. Ostasiatische Menschen werden auf offener Straße verprügelt. Native Americans bekommen immer noch nicht genug Repräsentation und Wertschätzung in den USA.
Schwarze Frauen glätten ihre Haare mit chemischem und ungesundem Zeug, um sich den europäischen Schönheitsidealen anzupassen. Und noch viel mehr…

Aber was kann man genau tun um Rassismus keine Stimme zu verleihen? – Angenommen, ihr seid in einer Situation, wo ihr merkt, dass jemand Hilfe braucht: dreht euch nicht um und wartet darauf, bis jemand anderes hilft, versucht selbst zu helfen! Wenn ihr Fragen habt fragt, achtet aber darauf, ob es eine angemessene Frage ist oder, wenn ihr euch unsicher seid, ob ihr diese auch woanders z.b. bei Google nachlesen könnt. Informiert euch über die Geschichte von Rassismus z.B. durch Dokumentationen oder Filmen/Serien!

Meine Filmtipps: Get out, I am not your negro, 12 Years a Slave, Harriet-Der Weg in die Freiheit, Them, The Hate U Give, Just Mercy, The Help, In My Skin

Denver S. (8c)

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