Über die Zukunft des Journalismus

9. September 2020Allgemein, WPU

Neuntklässler des Gymnasiums in Damme analysieren den Wandel der Medienbranche

Das Schülerteam „Wahlpflichtunterricht Journalismus“ recherchierte zur Zukunft des Journalismus und interviewte auch OV-Chefredakteur Ulrich Suffner im Rahmen des Medien-Profi-Projekts.

Die aktuelle Corona-Krise zeigt deutlich, wie wichtig es ist, die Menschen schnell mit geprüften Informationen zu versorgen. Sie zeigt auch, dass sich viele im Internet informieren und nicht warten möchten, bis die Nachrichten am nächsten Tag in der gedruckten Zeitung erscheinen. Gerade junge Menschen greifen mehr und mehr auf soziale Netzwerke und journalistische Erzeugnisse aus dem Internet zurück.

Klassische Printmedien wie Zeitungen haben kaum noch eine Bedeutung für die junge Generation. Dies wird durch eine vom WPU Journalismus des Dammer Gymnasiums durchgeführte Umfrage verdeutlicht. Danach lesen nur noch zehn Prozent der befragten Neuntklässler am Dammer Gymnasium regelmäßig Zeitung. Gerade einmal 22 Prozent nutzen Radiosendungen als Informationsquelle regelmäßig, das Fernsehen kommt auf 28 Prozent.

Um dennoch in politischen Debatten mitreden zu können, nutzen 68 Prozent der befragten Schüler des neunten Jahrgangs Social Media. Ein Problem könnte hier sein, dass Falschinformationen weiterverbreitet werden. Auch journalistische Online-Angebote können „Fake News“ verbreiten. Zudem ist nicht immer klar erkennbar, ob es sich um journalistische Texte oder um bezahlte oder unbezahlte Werbung handelt.

Online-Journalismus kann aber auch vorteilhaft sein. Die Leser können zum Beispiel die oft kostenlosen Portale überall bequem vom Smartphone aus aufrufen. Ein wohl besonders attraktives Angebot für Jugendliche kann die Filter-Funktion sein, bei der der Leser seine Themengebiete selbst auswählen kann. Allerdings kommt dann schnell die Gefahr auf, dass der Leser so nur in seiner eigenen Welt bleibt und anderes Geschehen nicht mitbekommt. Es ist also wichtig, nicht nur ,,in der eigenen Blase“ zu leben.

Den Reiz des Internets auf junge Menschen haben mittlerweile auch einige der großen Zeitungen und Nachrichtenmagazine wie die Bildzeitung und der Spiegel entdeckt. Sie bieten auf ihren Seiten kostenlose Inhalte, kostenpflichtige Abonnements oder die Printausgabe als Epaper an.

Diese Schritte seien nötig, um den Journalismus nachhaltig zu finanzieren, so der Hamburger Medienwissenschaftler Christian-Mathias Wellbrock. Werbung werde aufgrund der deutlich höheren Reichweite nun immer häufiger auf Internetseiten und seltener in Zeitungen geschaltet. Das sei einer der Gründe, warum Medienkonzerne in Onlinejournalismus investierten. Mit einem Aussterben der traditionellen gedruckten Zeitung rechnet Wellbrock allerdings nicht. „Ich gehe schon fest davon aus, dass es die Zeitung weiterhin geben wird, auch in zehn Jahren noch“, sagte er bereits im Jahr 2016 in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Der Chefredakteur der im Landkreis Vechta ansässigen „Oldenburgischen Volkszeitung“ sieht das genauso. Ulrich Suffner erklärt, man verkaufe täglich noch über 20000 gedruckte Zeitungen und die Zahl der verkauften Epaper steige kontinuierlich. Mit dem neuen Online-Portal OM online habe man das Onlineangebot noch deutlich vergrößert.

Um die Zukunft seines Medienhauses macht sich der Journalist deshalb keine Sorgen: „Lokaljournalismus wird es weiter geben, allerdings verändern sich Darstellungsform und Nutzung“, erläutert Suffner. Es sei wichtig, dass sich die Bürger in seriösen Quellen informierten. Laut OV-Chefredakteur Ulrich Suffner, sei es ihm allerdings „völlig egal, über welchen Kanal Menschen Journalismus konsumieren“. In diesem Zusammenhang sei es übrigens für ihn normal, dass Jugendliche sich nicht für alles interessieren, was in der OV steht.

Mit dem vollständigen Aussterben der traditionellen Zeitung ist also bisher noch nicht zu rechnen, auch wenn die Zahl der Print-Abonnenten sinkt. Dafür wird die Zahl der verfügbaren Onlineangebote immer weiter wachsen und den Lesern viele neue Möglichkeiten zur Information bieten. Die Zukunft der Medienlandschaft in Deutschland lässt sich nicht genau vorhersagen. Gerade in diesen Zeiten ist vieles im Wandel.

Info: Das vollständige Interview mit OV-Chefredakteur Ulli Suffner lesen Sie auf der Internetseite des „WPU Journalismus“: https://wordpress.nibis.de/gymdamme/stirbt-die-zeitung-aus/

Bericht am 06.08.2020 in der Oldenburgischen Volkszeitung erschienen.

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