31.10.19
Die eine oder andere Träne ist geflossen und die Vorfreude auf Frankreich gewachsen

Besuch der französischen Gastschüler aus Janzé und Châteaubourg vom 24.9.-1.10.2019

Besuch im Heidepark Soltau

Dienstagabend, endlich war es soweit. Aufgeregt warteten wir an der Bushaltestelle auf die Ankunft unserer Austauschpartner. In diesem Moment gingen uns alle Befürchtungen erneut durch den Kopf: „Kann ich überhaupt ausreichend Französisch?“, „Verstehe ich mich mit meinem Partner?“, „Welche Fragen soll ich gleich stellen?“

Die Fahrt von Damme nach Hause war noch etwas seltsam, man war etwas überfordert und wusste nicht genau, was zu sagen war. Der erste Abend verlief ruhig, man versuchte erst einmal in die andere Sprache reinzukommen. Außerdem wurde über grundlegende Themen wie die Aufstehzeiten, Schulschluss, das Programm für die Woche etc. gesprochen.

Am nächsten Tag war das Gesprächsthema Nummer 1 natürlich der vorherige Abend und das Verhalten der Franzosen. Wir haben uns über unsere unterschiedlichen Erfahrungen ausgetauscht und direkt die ersten Unterschiede festgestellt: Die Schule endet in Frankreich später, was man an dem überraschten Verhalten der Franzosen gemerkt hat. Außerdem gibt es die erste Mahlzeit in der Kantine und Freizeit haben sie in Deutschland definitiv mehr.

Nachdem wir Mittwoch einen entspannten Tag mit viel Freizeit zusammen verbracht hatten, merkten wir schon, dass die Stimmung lockerer geworden war und wir uns besser als am Anfang verständigen konnten. Nach ein paar Tagen haben wir dann auch gemerkt, dass unser Französisch gar nicht so schlecht war, wie wir zuvor dachten.

Am Donnerstag ging es dann auch schon zum Heidepark, natürlich das Highlight für alle. Auch hier haben wir wieder einen Unterschied festgestellt, den wir uns in Deutschland gar nicht vorstellen können: Viele Franzosen waren noch nie in einem Freizeitpark und waren total begeistert, als sie die Größe vom Heidepark entdeckt haben. Am Abend sind dann alle total kaputt und glücklich in das Bett gefallen und freuten sich schon auf Freitag.

Zunächst waren wir alle skeptisch, was den nächsten Tag betraf, denn ein Tanzkurs stand an. Nicht viele waren begeistert und hatten Sorgen, dass Deutsche und Franzosen mit dem jeweilig anderen Geschlecht zusammen tanzen müssen. Doch diese Sorgen waren grundlos: Nach der vierten Stunde ging es zur Sporthalle und es wurde getanzt, und das mit vollem Erfolg. Am Ende kannten alle unterschiedliche Tänze, die auf der „Soiree Franco-allemande“ (Französisch-Deutscher Abend) angewendet wurden. Nach der Tanzstunde durfte man endlich nach Hause und der Nachmittag konnte beliebig genutzt werden.

Am Abend war dann die Soirée, welche ein großes Buffet von Fingerfood und deutsche und französische Musik beinhaltete. Es wurde getanzt, gelacht und gesungen. Auch neue Freundschaften wurden geschlossen und der französische Musikgeschmack kennengelernt. Eltern waren natürlich nicht da, jedoch waren Lehrer mit einer kaum bemerkbaren Aufsichtspflicht anwesend. Letztendlich war der Abend ein voller Erfolg und wird in unser aller Erinnerung bleiben.

Das Wochenende durfte dann frei gestaltet und nochmal dafür genutzt werden, seinen Austauschpartner richtig kennenzulernen. Viele sind in die Stadt gefahren, haben in der Familie etwas gemacht oder haben sich untereinander getroffen. Am Montag war die Woche dann auch schon fast zu Ende. Morgens ging es direkt mit dem Bus nach Münster, wo wir eine kurze, jedoch interessante Stadtführung mitmachten. Nach der Stadtbesichtigung hatten wir lange Freizeit, wo viele mit ihren Franzosen typisch deutsches Mittagessen essen gegangen sind oder die Zeit genutzt haben, um Souvenirs für Familie etc. zu kaufen. Am Nachmittag sind wir von Münster zum Nettebad nach Osnabrück gefahren, wo wir uns nochmal richtig auspowern konnten.

Der letzte Abend wurde dann nochmal in der Familie verbracht und die Koffer gepackt. Am Abreisetag kam dann das Schlimmste: Das frühe Aufstehen und das Verabschieden der Franzosen. Für viele war es schwer, für manch andere einfach. Die eine oder andere Träne ist geflossen und die Vorfreude auf Frankreich gewachsen.

Vielen hat es total gut gefallen und auch gute Erfahrungen wurden gemacht. Fast alle Vorurteile wurden widerlegt und Freundschaften geschlossen.
Wir können nur jedem empfehlen, bei dem Frankreichaustausch mitzumachen, eigenen Erfahrungen zu sammeln und den Austausch einfach mal erlebt zu haben.

Oldenburgische Volkszeitung (28.09.2019)

Alia B. und Lea B. (Jg. 9)