„Verdrängung ist der einfache Weg, der in die Sackgasse führt“

15. November 2022Allgemein, Bläser, Schule mit Courage, Schulleben, WPU

Seit 20 Jahren erinnern die Schulen in Damme an die Novemberpogrome 1938. Schüler des Gymnasiums rückten die Gräueltaten der Nationalsozialisten in den Fokus und mahnten zur Wachsamkeit.

Mit einem ganz normalen grauen Novembermorgen begann der 9. November 1938. Der Abend und die Nacht sollten jedoch die gesamte Brutalität und menschenverachtende Grausamkeit des NS-Terrorregimes offenbaren. An die Novemberpogrome vor 84 Jahren im Deutschen Reich erinnerten am Mittwoch Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Damme. Seit 20 Jahren richten die 3 weiterführenden Schulen eine Gedenkveranstaltung aus – als Erinnerung und Mahnung zugleich.

„Sich mit den Verbrechen des eigenen Volkes und den eigenen nationalen Abgründen zu befassen, erfordert Mut“, meinte der Schulleiter des Gymnasiums Damme Ludger Kässens. Dies sei jedoch nach seiner Überzeugung unbedingt erforderlich. „Verdrängung ist der einfache Weg, der in die Sackgasse führt“, so Kässens.

Wie notwendig die Erinnerung ist, zeigten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses 10 Geschichte, welche die Gedenkveranstaltung unter Federführung ihres Lehrers Ronny Kamrath organisiert hatten. Sie beließen es nicht bei bloßen Schilderungen der furchtbaren, staatlich gelenkten Gewaltmaßnahmen gegenüber Juden in Deutschland und Österreich, sondern mahnten zugleich. Zuvor hatte sich bereits Schulleiter Ludger Kässens besorgt über „den zunehmenden Antisemitismus und die zunehmende Fremdenfeindlichkeit“ geäußert. Dies belegten die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses mit der immer größer werdenden Anzahl von antisemitistischen und fremdenfeindlichen Nachrichten im Internet.

„Antisemitismus gehört nicht der Vergangenheit an“, sagte auch Sigrid Litzenburger von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Oldenburg. Daher sei es „wichtig und richtig“, dass die Schülerinnen und Schüler es nicht in der Vergangenheit belassen haben. Die ehemalige Lehrerin an der Schule mahnte, die aktuellen Entwicklungen „kritisch zu hinterfragen“, um solchen Grausamkeiten nie wieder Raum geben zu können. Umso wichtiger seien Gedenkveranstaltungen, „damit die Erinnerung nicht verblasst und die Zukunft heller werden kann“, so Litzenburger.

Steffen Oevermann (Oldenburgische Volkszeitung, 09.11.2022)

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