Tausche Riese gegen Zwerg

8. Juli 2021Allgemein, Personen, WPU

Personelle Veränderungen in der Schulsozialarbeit am Gymnasium Damme

Zwei Jahren lang war die Schulsozialpädagogin Melanie Erdmann am Gymnasium Damme tätig, doch bereits Ende Juni wechselte sie ihre Arbeitsstelle. Diesbezüglich haben wir vom WPU Journalismus (Jg. 9) das Gespräch mit ihr gesucht und ein Interview mit ihr geführt. So wollten wir wissen, was ihre persönlichen Eindrücke von der Schule und den Schülern des Gymnasiums Damme gewesen sind, aber auch warum sie das Gymnasium verlassen hat.

In den zwei Jahren am Gymnasium Damme koordinierte Frau Erdmann viele verschiedene Aufgaben und Projekte. Hauptsächlich beschäftigte sie sich mit der Gruppengemeinschaft in den Klassen. Hierbei werden vor allem die Schüler der 5. Klasse mit Hilfe von Lions Quest pädagogisch begleitet, um ihnen einen sicheren Start am Gymnasium zu ermöglichen. Außerdem half sie in der Einzelfallhilfe vielen Schülern mit Leistungsdruck, der von den Eltern, aber auch von den Schülern selbst ausgehen kann, aber auch bei Stress wegen des anstehenden Abiturs oder persönlichen und privaten Schwierigkeiten. Auch Lehrer schickten einzelne Schüler oder Schülergruppen zu Frau Erdmann, damit diese Hilfestellungen erhalten und die Klassengemeinschaft verbessert wird. Aus diesem Grund heraus entstand vor einiger Zeit ein „Pädagogischer Tag“ in der 10. Klasse, der von Frau Erdmann initiiert und organisiert wurde. Neben ihren vielen sozialpädagogischen Aufgaben in den verschiedenen Bereichen, setzte sie ihr Können auch in anderen Situationen ein. So übernahm sie unter anderem über das letzte Jahr das Patenprojekt, aber teilweise auch Aufsichten auf den Schulhöfen sowie in der Notbetreuung.

Corona und die Homeschooling-Phasen prägten und veränderten ihren Aufgabenbereich deutlich. Durch die räumliche Distanz von Schülern und Lehrern konnten Schwierigkeiten oft nicht frühzeitig erkannt werden, sodass Betroffene mitunter wenig oder keine Hilfe erhielten. Vor allem durch die für einige schwere Eingewöhnung ins Distanzlernen, die selbstständige Bearbeitung der Aufgaben im Homeschooling und die eingeforderte Disziplin wurde den Schülern einiges abverlangt. Probleme kamen oftmals erst bei der Abgabe der Aufgaben zeitverzögert bei den Lehrern an. Die täglichen Morgenrituale halfen dabei, Probleme mit den Aufgaben oder in den Familien zu erkennen. Hier konnten die Schüler ihre Probleme mit dem Lernen ansprechen, um angemessene Hilfestellungen zu erhalten. Im Falle von privaten Komplikationen wandten sich die Schüler per E-Mail an Sozialpädagogin Erdmann. Hier konnte sie mit persönlichen Telefonaten oder Nachrichten helfen, in der Homeschoolingphase jedoch nur in wenigen Situationen mit einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht.

Trotz dieser umfangreichen Aufgaben einer Sozialpädagogin und den zahlreichen Beratungsgesprächen, bereitet ihr der Beruf immer noch sehr viel Spaß, gerade weil die Arbeit sehr vielfältig ist und man dabei viel reden kann, aber auch sehr aktiv bleibt. Am Gymnasium Damme hat ihr am meisten die schöne Grundstimmung und Arbeitsbereitschaft der Schüler gefallen. Im Vergleich zu ihrer vorherigen Arbeit an einer Oberschule waren die Schüler am Gymnasium Damme auch an freiwilligen Projekten interessiert und sind viel in Vereinen aktiv. Auch durch eigene Ideen und Anregungen von Seiten der Schüler fiel ihr die Arbeit leichter und machte besonders viel Freude.

In Zukunft wird sie ihre Arbeit als Sozialpädagogin in Lohne an zwei kleineren Grundschulen fortsetzen. Dort ist es überschaubarer und Erdmann kann möglichst viele Kinder persönlich erreichen und kennenlernen. Das Gymnasium Damme ist im Vergleich dazu ein wahrer Riese, eine sehr große und unübersichtliche Schule. Die persönliche Arbeit von Angesicht zu Angesicht ist ihr für ihr Berufsverständnis aber besonders wichtig. So verspricht sie sich an ihrer neuen, deutlich kleineren Wirkungsstätte mehr Erfolg bei der Beratung von Lehrern und Schülern.

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