Am 13. November besuchte der Landtagsabgeordnete Thore Güldner (SPD), der auch Mitglied im Kultusausschuss ist, das Seminarfach „Schule der Zukunft“ von Frau Suerkamp. Die Schülerinnen hatten sich in ihren Facharbeiten mit verschiedenen Ideen für eine zukunftsfähige Schule beschäftigt und Herrn Güldner eingeladen, um gemeinsam über ihre Ergebnisse und deren politische Umsetzbarkeit zu diskutieren.
Ein zentrales Thema des Gesprächs war die mentale Gesundheit an Schulen. Viele Schülerinnen kritisierten, dass Depressionen, Angststörungen und andere psychische Belastungen im Schulalltag bislang zu wenig Beachtung finden. Auch Güldner stimmte zu, dass hier Handlungsbedarf besteht: Im aktuellen Haushalt seien zusätzliche Mittel für Schulpsychologie und multiprofessionelle Teams vorgesehen. Dennoch bleibe der Mangel an Schulsozialarbeit ein großes Problem. „Das darf nicht alles auf den Schultern der Lehrkräfte lasten“, betonte er.
Diskutiert wurde außerdem, wie Schulen stärker zur Aufklärung über psychische Gesundheit beitragen könnten. Während einige Schülerinnen ein eigenes Unterrichtsfach vorschlugen, verwies Güldner darauf, dass auch das Elternhaus eine wichtige Verantwortung trage. Denkbar sei aber ein Projekttag zur Prävention und Sensibilisierung.
Ein weiteres Thema war die Rolle der Lehrkräfte. Mehrere Schülerinnen berichteten, dass es für Lernende oft schwierig sei, Kritik zu äußern oder Hilfe zu suchen – aus Angst vor Konsequenzen oder wegen des hierarchischen Gefälles. Güldner zeigte Verständnis und befürwortete Strukturen, die Schüler*innen mehr Gehör verschaffen, etwa über einen transparenten Beschwerdeprozess.
Auch über das Bewertungssystem wurde lebhaft diskutiert. Viele Schülerinnen stellten die Sinnhaftigkeit von Noten infrage und forderten mehr Freiräume für individuelles Lernen. Thore Güldner verwies darauf, dass das Kultusministerium bereits Gestaltungsspielräume eröffnet habe, etwa durch Projekte wie den FREIday, bei dem Schüler*innen eigenverantwortlich an Themen arbeiten können.
Schließlich kamen auch Medienkompetenz und der Umgang mit sozialen Netzwerken zur Sprache. Güldner betonte, dass ein generelles Handyverbot keine Lösung sei. Vielmehr müssten Lehrkräfte besser ausgebildet werden, um Jugendliche bei einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen.
Zum Abschluss ermutigte Güldner die Schülerinnen, ihre Ideen weiterhin aktiv einzubringen: „Veränderung beginnt mit euch – wenn ihr euch engagiert, in der Schülervertretung oder in Projekten, dann bewegt sich etwas.“










