Im Sommer noch Abiturient, jetzt Lehrkraft

19. Dezember 2019Allgemein, Sportfreundliche Schule

Roman Tabor gibt im Zuge seines Freiwilligen Sozialen Jahres bei Rot-weiß Damme auch Unterricht im Gymnasium. Der 19-Jährige sieht seine Tätigkeit auch als Berufsorientierung. Vielleicht wird er später Pädagoge. So geht es manchmal im (Sportler-)Leben: Im Sommer verließ Roman Tabor das Gymnasium mit dem Abitur in der Tasche, jetzt ist er zurückgekehrt und betreut Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht. Möglich macht das eine Kooperationsvereinbarung der Schule mit dem Sportverein Rot-Weiß Damme. Bei dem absolviert der 19-Jährige seit dem 1. September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ).

Nun steht er also auf der anderen Seite: In diesem Halbjahr leitet er drei Arbeitsgemeinschaften Leichtathletik, Handball und Fußball. Außerdem ist er in drei Schulklassen in den Sportunterricht eingebunden, quasi als Assistent des jeweiligen Lehrers. „In der einen Klasse kümmere ich mich während des Unterrichts um die Inklusionskinder“, erzählt Roman Tabor. Im kommenden Halbjahr wird er sein Stundenkontingent am Gymnasium sogar noch aufstocken – von derzeit 16 auf 20 Stunden und beim Schwimmunterricht mitwirken.

Und wie war das Gefühl für ihn, als er im September wieder zum Gymnasium kam? „Die Lehrerinnen und Lehrer haben mich alle herzlich aufgenommen. Ich kann zu allen hingehen, wenn ich Fragen habe“, antwortet der Ex-Gymnasiast, der seine Tätigkeit an der Schule aber nicht nur sportlich, sondern auch als Möglichkeit der Orientierung für sein späteres Berufsleben sieht: „Ich habe überlegt, nach meinem FSJ auf Lehramt zu studieren.“ Sport soll es auf jeden Fall sein, dazu vielleicht Mathematik oder Englisch.

Dass er die Möglichkeit dieser Orientierung während seines FSJ hat, kommt nicht von ungefähr. Rot-Weiß Damme hat nach Worten seines Vorsitzenden Matthias Theilmann schon vor Jahren eine Kooperationsvereinbarung mit dem Gymnasium abgeschlossen und Betreuer für Arbeitsgemeinschaften abgestellt. Allerdings fehlte Maik Kießlich und Wolfgang Hagedorn die Zeit, sodass sie gerne ausscheiden wollten. Da kam Roman Tabor dann wie gerufen. Er habe selbst vorgeschlagen, 16 seiner insgesamt 39 FSJ-Wochenstunden im Gymnasium zu arbeiten, sagt Matthias Theilmann. Die übrige Zeit steht aber Rot-Weiß im Mittelpunkt.

Roman Tabor, selbst in der Ersten Herren aktiv und dort „auf allen Positionen einsetzbar“, trainiert die B-Jugend, die Dritte F-Jugend und die G-Jugend Neuanfänger. Auch da ist pädagogisches Geschick gefragt. Er hat gelernt: „In der Zusammenarbeit mit Schülern und Spielern muss ich manchmal autoritär, manchmal aber auch Kumpel sein.“ Ferner ist er zuständig für die Pflege der Homepage, Büroarbeiten und die Verteilung des Rot-Weiß-Kuriers. Und er hilft beim Erstellen der Hallenpläne.

Das sind viele Aufgaben, die der FSJler dem Vorstand abnimmt. Matthias Theilmann ist entsprechend froh, dass der Verein nach vier Jahren mal wieder einen Absolventen hat. Ob sich aber auch nach Roman Tabor einer findet, ist offen. Der 19-Jährige hat seine Zweifel. Schließlich machen im nächsten Jahr nur wenige Schüler in Niedersachsen Abitur, da das Land die Abiturprüfungen nach neun Jahren wieder eingeführt hat und zirka 75 Prozent der FSJler Abiturienten sind.

(veröffentlicht in der Oldenburgischen Volkszeitung am 14.12.19)

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