Höhen, Tiefen …

1. März 2020Allgemein, Bildungsangebote, MINT

… und viel Spannung beim RoboCup

(pol) Mit insgesamt sieben Teams war das Gymnasium Damme in diesem Jahr bei der Vorausscheidung zur Deutschen Meisterschaft, beim RoboCup Nordwest, am Herbartgymnasium in Oldenburg vertreten. Die vier jüngeren Teams bis Jahrgang 8 traten in der Disziplin „Rescue Line Entry“ an, die drei älteren Teams aus Jahrgang 10 bis 12 in der anspruchsvollen Disziplin „Rescue Maze Entry“. In beiden Disziplinen geht es prinzipiell darum, einen Roboter zu konstruieren, der auf unbekanntem Terrain Opfer („Verletzte“) sucht, findet und schließlich rettet.

Rescue Line
In der Disziplin Rescue Line (Entry) besteht die Aufgabe der Roboter darin, einer Schwarzen Linie auf weißen Kacheln zu folgen, die er mithilfe von Lichtsensoren erkennen muss. Auf dem Weg finden sich neben schwierigen Kurven, Unterbrechungen der schwarzen Linie und teilweise beträchtlichen Anstiegen (Rampen) auch Schwierigkeiten wie hohe Bodenwellen, an denen der Roboter hängen bleiben kann und Hindernisse, die es zu umfahren gilt. Am Ende des Parcours erreicht der Roboter eine Arena mit Kugeln (die Opfer), die er in eine zufällig markierte Ecke der Arena bringen und somit „retten“ muss. Für alle Schwierigkeiten und Aufgaben, die der Roboter meistert, bekommt das Team in vier unterschiedlichen Läufen (drei Läufe donnerstags und einer freitags) Punkte, von denen aber nur die drei besten Punktzahlen in die Wertung eingehen. Unsere Teams: My computer genius (Til, Chris und Hanno aus Jahrgang 8), Blue Technology (Alexander, Jan und Piotr aus Jahrgang 7), High monkeys (Dimitri und Jos aus Jahrgang 7) und Der Minecraft Clan (Ylias und Jonas aus Jahrgang 6)

Rescue Maze
Deutlich schwieriger gestaltet sich die Rettung der Opfer in der Maze-Arena: Hier ist ein Labyrinth aus Wänden angelegt, das es abzufahren gilt. Da dieses Labyrinth den Teams ebenfalls unbekannt ist, müssen sie ihren Roboter so konstruieren, dass er selbstständig einen Weg durch möglichst jedes beliebige Labyrinth finden kann. Zusätzliche Schwierigkeiten sind neben Rampen und Bodenwellen insbesondere schwarze Kacheln, die nicht befahren werden dürfen. Opfer sind in dieser Disziplin mit einem roten Kreuz auf dem Boden markiert – es gibt allerdings auch Opfer, die anhand ihrer höheren Temperatur erkannt werden müssen. Durch das Abwerfen eines Rescue Kits bei den Opfern kann der Roboter für sein Team noch weitere Punkte sichern. Da für die Maze-Teams nur drei Läufe angesetzt waren, gab es hier kein Streichergebnis: Es kam auf jeden Lauf an. Unsere Teams: Nerdvania (Dennis und Oliver aus Jahrgang 12), Ice wallow come (Karol und Maurice aus Jahrgang 11) und Blörp (Michael und Felix aus Jahrgang 10)

Tag 1: Anreise
Am Mittwochnachmittag gleich nach der Schule ging es los, um den Nachmittag über die Zeit in Oldenburg zum freien Training zu nutzen. In der Aula des Herbartgymnasiums wurde dann gebaut und programmiert, der Roboter wurde verbessert (oder auch zeitweilig mal verschlechtert) und immer wieder in seiner Funktion getestet. Große Begeisterung herrschte, als abends die Jugendherberge in Oldenburg bezogen wurde: Sie ist noch ganz neu und erinnert mehr an ein stylisches Hotel als an die „Bettenlager“, die manch einer schon als Jugendherberge erlebt hat.

Tag 2: Die ersten Wertungsläufe
Richtig spannend wurde es dann am Donnerstagmorgen, als die Teams ihre ersten Läufe hatten. Durch die Bank weg zeigten die Roboter der Line-Teams hier solide Leistungen, sodass der Ehrgeiz geweckt wurde und bei manch einem schon Hoffnung auf die Chance bei der Teilnahme an der DM in Magdeburg aufflammte. Doch die anfängliche Freude wurde viel zu schnell getrübt: In Runde 2 erwiesen sich die ehrgeizigen und vermeintlichen „guten Ideen“, die schnell (zu schnell) umgesetzt worden waren und möglicherweise auch zu sehr kurzfristigen Veränderungen an den zuvor gut konstruierten Robotern geführt hatten, als große Fehler: Alle vier Line-Teams verschenkten Punkte und rutschten somit deutlich von ihren Rängen aus der ersten Runde ab. Die Enttäuschung war zwar groß aber kein Team ließ sich entmutigen. Die Schwachstellen der Roboter lagen nun auf der Hand und das Ziel war klar definiert: In Runde 3 (der letzten an diesem Tag) muss das wieder besser klappen! Und in den meisten Fällen tat es das: Das Umfahren des Hindernisses, das in diesem Parcours von besonderer Wichtigkeit war, hatten sie besonders gut programmiert, sodass das Team My computer genius die dritthöchste Punktzahl aller über 40 teilnehmenden Teams erreichte. Insgesamt lagen sie nun auf Rang 9 – und wären damit gerade noch bei der DM dabei. Nun hieß es hoffen: Hoffen, dass der vierte Lauf an die Leistung des Dritten anknüpfen könnte und dass andere Teams nicht doch noch überholten. Und es hieß programmieren: Das Retten der Opfer, das besonders viele Punkte einbrachte, hatte bisher noch bei keinem unserer Teams funktioniert. Das Abendprogramm stand also.
Genau gegensätzlich zu den beiden ersten Läufen der Line-Teams verhielt es sich bei allen drei Maze-Teams mit ihren selbst konstruierten Robotern: Die beiden in dieser Disziplin neuen Teams Blörp und Ice wallow come hatten ebenso mit technischen Problemen zu kämpfen wie die erfahreneren Nerdvania, die nach einem gelungenen Auftritt bei der DM 2019 auch in diesem Jahr Aspiranten auf einen der begehrten Plätze in Magdeburg waren. Nachdem das Board ihres Roboters in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den Dienst quittiert hatte, war die Zeit trotz eingelegter Nachtschicht zu knapp, um pünktlich zum ersten Lauf eine Notlösung fertig zu stellen. Entmutigen ließ sich aber auch keins dieser drei Teams: Obwohl durch die missglückte erste Runde die Teilnahme an der DM in Magdeburg in weite Ferne rücken lies, arbeiteten sie auf Hochtouren weiter. Den Lohn ernteten sie in Runde 2: Alle Teams hatten ihre Roboter stark verbessert, sodass plötzlich – und für das Team selbst völlig unerwartet – Nerdvania unter den ersten fünf Teams und damit auf einem Qualifikationsplatz lag. Auch für die drei Maze-Teams stand das Abendprogramm fest: Weiter arbeiten, um den letzten Parcours am Freitag noch besser zu absolvieren.

Tag 3: Die Entscheidung
Am Freitagvormittag fand für alle Teams der letzte Lauf statt. Nerdvania hatten mit einem stark schrebbelnden Motor einen dennoch recht ordentlichen Lauf, kamen aber nicht an ihr Ergebnis aus dem zweiten Lauf heran. Ob es für die Teilnahme an der DM reichen würde? Team Blörp steigerte seine Leistung gegenüber dem Vortag noch einmal etwas, hatte jedoch beim Wechseln der Akkus einen leeren erwischt, sodass sich einer der Motoren nicht mehr stark genug drehte und ihr Roboter dadurch trotz einer stark verbesserten Programmierung das Labyrinth nicht richtig abfahren konnte. Zufrieden sein konnten sie dennoch: Als jüngstes der Maze-Teams hatten sie in völliger Eigenarbeit einen grundsätzlich funktionsfähigen Roboter gebaut und programmiert, eine Leistung, auf die sie zur nächsten Saison gut aufbauen können. Richtig Pech hatten Ice Wallow Come: In der letzten Nacht waren ihre Motoren – inklusive Ersatz – in Rauch aufgegangen und die von Nerdvania nach deren Lauf kurzfristig ausgeliehenen Motoren konnten nicht schnell genug angebaut werden, sodass ihr Roboter im letzten Lauf keine Punkte mehr holen konnte.
Die abendliche gemeinsame Arbeit der Line-Teams machte sich im letzten Lauf bezahlt: Die Teams hielten ihre Leistung aus dem dritten Lauf aufrecht und verbesserten sie zum Teil sogar noch, obwohl die Strecke einige Schwierigkeiten aufwies. Zwei Teams, My computer genius und High monkeys, gelang es sogar, jeweils ein Opfer zu retten. Blue Technology retteten zwar kein Opfer, hatten aber einen sehr gelungenen Lauf mit nur wenigen Fehlern und auch das jüngste Team, der Minecraft Clan, meisterte viele Schwierigkeiten souverän.
Mit Spannung warteten nun alle auf die Siegerehrung, denn die alles entscheidenden Punktzahlen vom vierten Lauf wurden nicht vorab bekanntgegeben. Würde es für My computer genius und für Nerdvania für eine Teilnahme an der DM ausreichen?
Nachdem der Abbau und das Aufräumen schnell und unkompliziert über die Bühne gegangen waren, wurde die Siegerehrung zur großen Freude aller von 16:00 auf 14:15 vorgezogen. Die Enttäuschung von Nerdvania, darüber, dass sie die Teilnahme an der DM denkbar knapp um einen Rang verpasst hatten, war nicht allzu groß: Neben der Fertigstellung ihrer Facharbeiten und der Teilnahme an einem anderen wichtigen Wettbewerb wäre die Vorbereitungszeit sowieso zu knapp ausgefallen, um den Roboter nach ihren Ansprüchen weiter zu verbessern. Dies verschieben sie dann auf die Saison 2020/2021, wenn sie ein letztes Mal vor ihrem Abitur am RoboCup teilnehmen.
Den Line-Teams war die Spannung anzusehen. Insbesondere, als Rang 9, auf den unsere Achtklässler spekuliert hatten, an eine Gruppe von einem anderen Gymnasium ging. Sollte es My computer genius etwa sogar auf Rang 8 geschafft haben – oder sind sie am Ende doch noch abgerutscht? „Rang 8 geht an …“ – der Moderator machte es wieder spannend. „High monkeys!“ – zuerst fassungslose Blicke, dann Jubel und Freude. Damit hätten wir nicht gerechnet. Eins unserer jüngsten Teams hatte sich qualifiziert! Als My Computer genius dann sogar auf Rang 6 landeten, war die Freude riesig:

Zwei Teams vom Gymnasium Damme nehmen Ende April an der Deutschen Meisterschaft teil!

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