Geographische Exkursion nach Osnabrück

2. November 2022Allgemein, Bildungsangebote

Ist der Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler bei Exkursionen höher als im herkömmlichen Geographieunterricht im Klassenraum?

Mit dieser Frage habe ich mich im Rahmen meiner Masterarbeit in der Geographiedidaktik an der Universität Osnabrück beschäftigt. Das Thema der Arbeit lautete: „Potenziale und Grenzen außerschulischer Lernorte für den Geographieunterricht. Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe“. Betreut wurde meine Arbeit von Dr. Nadine Tiggelbeck, die als Dozentin an der Universität Osnabrück und als Lehrerin am Gymnasium Damme tätig ist.

Die Klasse 6b des Gymnasiums Damme, die normalerweise von Stefanie Brinkmeier unterrichtet wird, hatte das Glück an meiner Uni-Studie teilzunehmen und nach dem langen pandemiebedingten Ausfall von zahlreichen Klassenfahrten, Ausflügen und Wandertagen eine Exkursion nach Osnabrück zu unternehmen. Im Vordergrund meiner Unterrichtsreihe stand das Thema Gesteine und Böden. Zunächst wurde die Klasse in der Schule unterrichtet und anschließend ist sie nach Osnabrück gefahren, um dort zwei außerschulische Lernorte zu besuchen. Bei diesen Standorten handelte es sich um den TERRA.park Erlebnispark Boden am Schölerberg und um den Kultur- und Landschaftspark Piesberg. Die Schülerinnen und Schüler wurden zu Gesteins- und Bodenkundlern der Region. Sie untersuchten verschiedene Gesteine und Böden, führten Experimente im Bodenpavillon durch, erkundeten den Piesberg, bestiegen eine Aussichtsplattform und gingen mit Hammer, Schutzbrille und Handschuhen auf Fossilien-und Gesteinssuche. Sie probierten u.a. geographische Exkursionsmethoden wie beobachten, beschreiben, fotografieren, kartieren, sammeln, zeichnen, experimentieren, messen und protokollieren aus. Parallel zu der Unterrichtsreihe in der Klasse 6b, wurde das Thema auch in der Klasse 6e gelehrt. Gewöhnlich wird diese Klasse von Helen Schmidt in Geographie unterrichtet.  Allerdings besuchten die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse nicht die außerschulischen Lernorte, sondern wurden ausschließlich im Klassenraum unterrichtet.

In welcher Lerngruppe konnte nun ein höherer Lernerfolg erreicht werden? Der Lernerfolg der beiden Klassen wurde in der jeweiligen letzten Unterrichtsstunde durch einen völlig gleichen Leistungstest gemessen und dann miteinander verglichen. So konnte erforscht werden, ob die Schülerinnen und Schüler, die die Begegnung mit dem Realraum hatten, eine größeren Lernerfolg hatten als die andere Lerngruppe, die die beiden außerschulischen Lernorte nicht besucht hat. Die Auswertung gab ein eindeutiges Ergebnis: Der Lernerfolg und vor allem das Erinnerungsvermögen waren beim außerschulischen Lernen höher.

Die Untersuchung zeigt, dass auch in Zukunft Exkursionen und außerschulisches Lernen fest in den Schulalltag integriert werden sollten, da sie einen großen Lernzuwachs bei den Schülerinnen und Schülern hervorrufen und ihnen eine Begegnung mit dem Realraum und damit auch eine Auseinandersetzung mit den Sachverhalten in der Realität ermöglichen. Lernprozesse können von den Schülerinnen und Schülern nicht nur digital und im Klassenraum erlebt werden, sondern sie haben auch die Möglichkeit, das Lernen in und außerhalb der Schule zu vereinen.

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