Ein franziskanisches Zeichen für Achtsamkeit und Schöpfung
Das Gymnasium Damme hat von August bis September 2026 mit zahlreichen Klassen und Kursen der Jahrgänge 5 bis 10 an der partizipativen Kunstaktion „Ein Stück Holz“ des Osnabrücker Aktionskünstlers Volker-Johannes Trieb teilgenommen. Das Projekt stand im Zeichen des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi und verband religiöse Bildung, Nachhaltigkeit und künstlerisches Gestalten.
Franz von Assisi (1181/82–1226) gilt als einer der bedeutendsten Heiligen der christlichen Tradition. Er pries Bescheidenheit, Einfachheit und die Reduktion auf das Wesentliche. Sein „Sonnengesang“ preist die Schönheit der Schöpfung und ruft zu einem achtsamen Umgang mit der Natur auf.
Die christliche Schöpfungszeit erstreckt sich jedes Jahr vom 1. September bis zum 4. Oktober, dem Gedenktag des Heiligen Franziskus. Im Jubiläumsjahr 2026, dem 800. Todesjahr des Franz von Assisi, stand diese Zeit besonders im Fokus zahlreicher kirchlicher und schulischer Initiativen.
Volker-Johannes Trieb, Kunst- und Friedensaktivist aus Osnabrück, initiierte zusammen mit der Schulstiftung im Bistum Osnabrück die bundesweite Mitmachaktion „Ein Stück Holz“. Die Idee: Kleine Totholzstücke, versehen mit Magneten, werden während der Schöpfungszeit an ungewöhnlichen Orten im öffentlichen Raum platziert – dort, wo Natur fehlt.
Das Holzstück ist ein Zeichen. Es fragt nicht, es fordert nichts. Es ist einfach da – und verändert den Blick. Die Aktion lädt dazu ein, innezuhalten, bewusst zu leben und Teil von etwas Größerem zu werden – nicht als Bekenntnis, sondern als Erfahrung.
Am Gymnasium Damme beteiligten sich verschiedene Klassen und Kurse aus den Jahrgängen 5 bis 13 an dem Projekt – im Fach Religion, im Seminarfach sowie im Wahlpflichtunterricht (WPU) Werken. Unter der Leitung von Lehrkräften wie Ronny Kamrath, Stefan Wotte, Brigit Trimpe-Olberding, Michael Hansen und weiteren wurde das Projekt in den Unterricht integriert.
Im WPU Werken wurde das von der Schulgemeinschaft gesammelte Totholz sortiert, auf passende Größen gebracht und mit Magneten versehen. Parallel dazu setzten sich die Schülerinnen und Schüler in Religion inhaltlich mit dem Leben des Heiligen Franziskus, seinem „Sonnengesang“, der Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus sowie im Seminarfach mit den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen auseinander.
Die Ergebnisse der einzelnen Klassen und Kurse wurden in einer beachtlichen Ausstellung in der Pausenhalle präsentiert. Die bearbeiteten Plakate wurden auf 1,30 Meter × 1,30 Meter große Pappen geklebt, die von der Dammer Firma Zerhusen Kartonagen für das Projekt bereitgestellt wurden. Diese wurden an Schnüren quer durch die Pausenhalle gehängt, sodass die gesamte Schulgemeinschaft an dem Projekt partizipieren konnte.
Eine Stahlplatte, die von der Arno Niehaus GmbH, einer ortsansässigen Landmaschinen- und Stahlbaufirma, dem Gymnasium Damme gespendet wurde, wurde ebenfalls in der Pausenhalle aufgehängt und mit den erstellten Holzmagneten versehen. Von diesem Ausgangspunkt aus finden die Holzstücke – ganz im Sinne des Künstlers – nun ihren Weg durch Schule, Stadt und darüber hinaus.
„Ein Stück Holz“ war ein beeindruckendes Beispiel für fach- und jahrgangsübergreifende Projektarbeit am Gymnasium Damme. Das Projekt verband religiöse Bildung, künstlerisches Gestalten, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement auf besondere Weise.
Die Holzstücke, die am Gymnasium Damme entstanden sind, setzen nun ihre Reise fort – als stille Zeichen der Achtsamkeit im öffentlichen Raum. Sie laden Passanten dazu ein, innezuhalten, nachzudenken und vielleicht selbst ein Stück Holz zu „verpflanzen“.
So entsteht Bewegung und vielleicht beginnt genau hier etwas Neues: ein bewussterer Umgang mit der Schöpfung, inspiriert von der Lebenshaltung des Franz von Assisi, der vor 800 Jahren von Umbrien aus die Botschaft von Frieden und Bescheidenheit verbreitete.









