Ein ewiges Hin und Her

20. Juli 2021Allgemein, Schülerergebnisse, Schulleben, WPU

​Rückblick auf ein Schuljahr in der Corona-Krise

Am 13.03.2020 wurden die Schulen das erste Mal geschlossen. Da wusste noch keiner, wie lange die Pandemie uns beeinträchtigen würde. Ich erinnere mich an Jubel im Klassenraum, es war als hätten wir zwei Wochen eher Ferien bekommen. Natürlich waren viele auch besorgt. Ich führte etliche Gespräche mit meinen Eltern und Freunden darüber, was wohl als Nächstes passieren würde. Die einen genossen die Zeit zu Hause, andere fragten sich, wie lange das alles dauern werde, und wieder andere sind bis heute sicher, dass es viel schlimmer dargestellt wird, als es eigentlich ist. Gemischte Gefühle, Angst aber auch Freude und Entspannung prägten diese Zeit am Anfang der Pandemie.

Anders als geplant ging es dann erst im Mai 2020 für die meisten zurück in die Schule und das auch nur in aufgeteilten Klassen. Immer wieder wurden neue Auflagen diskutiert, im Radio und Fernsehen hörte und sah man nichts anderes mehr und viele waren und sind verunsichert. Auch im Alltag gab es Veränderungen: Jüngere Leute gingen für ihren älteren Bekannten einkaufen und im Internet wurde man vor den ersten Verschwörungstheorien gewarnt. So langsam merkte man, dass Corona nicht nur eine Sache von ein paar Monaten wird.

Die Corona-App, welche am 16.06.20 veröffentlicht wurde, sollte helfen das Infektionsgeschehen zurückzuverfolgen. Auch das warf wieder Zweifel auf. Einige weigerten sich die App herunterzuladen, weil sie meinten, sie würden beobachtet werden oder es einfach für unnötig hielten.
Dann waren erstmal Sommerferien. Sommerferien voller Planungen, was passieren soll, ausgefallenen Events und Ratlosigkeit. Trotz alldem war es schön, mal nicht an Schule denken zu müssen und sich, wenn auch unter Auflagen, mit Freunden zu treffen.

Nach den Sommerferien ging es dann mit Masken weiter. Die Fälle stiegen trotzdem, einzelne Schüler und Lehrer, aber auch ganze Klassen gingen in Quarantäne, Schulen wechselten in den Wechselunterricht … und man verlor zunehmend den Überblick, denn überall gab es unterschiedliche Regeln, die sich zudem andauernd änderten.

Das Ganze verschlimmerte sich noch als die Temperaturen sanken. In kalten Klassenräumen mit offenen Fenstern saßen viele Schüler mit dicken Winterjacken oder brachten sogar Decken mit. Spätestens jetzt waren alle genervt. In der Weihnachtszeit war alles anders als sonst. Feiern mit der Familie waren nicht möglich, Weihnachtsgrüße über das Telefon mussten genügen.

Auch im nächsten Jahr wurde es nicht besser, bis Mitte Mai blieben die Schulen geschlossen. Homeschooling, IServ-Aufgaben, Morgenrituale, Videokonferenzen … Ersatzleistungen ersetzten Klassenarbeiten und so langsam gingen die Ideen aus, was man in seiner Freizeit noch so machen konnte. Zu dieser Zeit erlebte jeder mal eine motivationslose Phase. Zwischendurch war es echt schwer, sich dazu aufzurütteln, die Aufgaben zu machen oder sich in die Videokonferenz einzuloggen. Außerdem gestaltete sich jeder Tag gleich: aufstehen, an Videokonferenzen teilnehmen, auf der Suche nach ein bisschen Abwechslung im World-Wide-Web surfen, schlafen, aufstehen … .

Es hatte allerdings auch etwas Gutes, denn nachdem man so lange eingesperrt war, waren Lockerungen und Schulbesuch ein echtes Freiheitserlebnis. Jeden Morgen früh aufzustehen ist zwar auch keine Traumvorstellung, aber wenigstens konnte man seine Freunde wiedersehen.

Rückblickend kann man aber nicht sagen, dass Homeschooling nur schlecht war. Zu Hause konnte man sich ganz auf sich und die Aufgaben konzentrieren und der technische und digitale Fortschritt an Schulen wurde enorm angekurbelt. Im Präsenzunterricht hingegen sieht man seine Freunde, kann bei Fragen direkt nachfragen und muss nicht auf die nächste Antwort-Mail des Lehrers warten.

Ändern können wir an der derzeitigen Situation grundsätzlich nicht viel, allerdings können wir uns und andere durch das Einhalten der Schutz- und Hygienemaßnahmen schützen. So müssen wir wohl auch im Schuljahr 2021/22 versuchen das Beste aus der Situation zu machen.

Weitere Texte aus dem WPU-Journalismus (Jg. 9):

Interview zum Homeschooling von Dalia R. und Finja B.
Jahresrückblick im Gepräch von Jana M. und Klara T.  

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