Kyanguyu Comprehensive School

28. Oktober 2026Allgemein, BNE

Bericht über den Besuch der Partnerschule des Gymnasiums Damme

Während unserer dreiwöchigen Reise ins Projektgebiet suchten wir 20 unserer 30 Schulen auf, darunter auch die Kyanguyu Primary School (inzwischen Comprehensive School nach Einbeziehung des Jahrgangs 9; sie hat jetzt also die Jahrgänge 1–9). Die starke Verwitterung durch das tropische Klima macht eine wiederholte Bemalung des Wassertanks nach mehreren Jahren notwendig. Wassertank und Schulküche waren ansonsten in einem guten Zustand. Der Schulgarten war ordentlich, könnte aber im Vergleich zu anderen Schulen noch optimiert werden. Es fehlen noch Obstbäume, insbesondere Papayabäume.
Im Jahr 2026 führt unsere Partnerorganisation ADSE (Anglican Development Services Eastern) verschiedene Maßnahmen zur Ernährungssicherung durch. Zu diesen Schulen zählt auch die Kyanguyu-Schule.
Die Regen- und Trockenzeiten in den semiariden Tropen bestimmen die Zeiten von Wachstum, Ernte und Nahrungsmittellagerung. Die Ernte erfolgt jeweils zu Beginn der Trockenzeit: im Januar nach der Regenzeit Oktober–Dezember und im Juli nach der Regenzeit März bis Juni. Anstatt die gesamte Ernte trotz der Gefahr von Verlusten durch Schädlinge wie Insekten, Mäuse und Ratten zu Hause zu lagern, haben die Eltern der ausgewählten Schulen im Juli 2026 die für das Schulessen ihrer Kinder notwendigen Nahrungsmittel (Mais und Bohnen) in der Schule abgegeben. Sie wurden dort gewogen und in speziellen Lagerungssäcken gegen Schädlingsverluste sicher gelagert. So konnten auch in der Kyanguyu-Schule Lebensmittel für das Schulessen des nächsten Halbjahres sicher gelagert werden.
Damit erhält die Schule Sicherheit und weiß, dass sie über genügend Nahrungsmittel für die Schulessen des nächsten Halbjahres verfügt. Die Eltern können sicher sein, dass ihre Kinder im kommenden Halbjahr ein gutes Schulessen erhalten.
Unser schwierigstes Problem sind die durch den Klimawandel bedingten Dürren. Deshalb führte unsere Partnerorganisation ADSE mit unserer Finanzierung einen Pilotversuch gegen die Folgen des Klimawandels durch. Das kenianische meteorologische Institut sagt für unser Projektgebiet durch den Klimawandel bedingte Dürren im Abstand von 3–5 Jahren voraus. Wie unsere Projektbesucher während der Osterferien bestätigen konnten, kommt es dann zu einer Hungersnot: An den Ganztagsschulen fällt dann das Schulessen aus. Die Schülerinnen und Schüler kauen einen Stängel Zuckerrohr, um damit das Hungergefühl zu übertönen.
Unser Problem: Wie bekommen wir während einer sechsmonatigen Dürre 1,1 Mio. Schulessen, um unsere 30 Schulen in dieser schwierigen Zeit „durchzufüttern“? ADSE wählte Anfang 2026 fünf Schulen aus, um dort einen entsprechenden, an den Klimawandel angepassten Lösungsansatz auszuprobieren. Zu den fünf ausgewählten Schulen zählte die Kyanguyu-Schule. Sie gehört damit zu den wenigen Schulen, die als erste klimaresilient werden könnten.
Das Hauptproblem des Klimawandels ist der Mangel an Nahrungsmitteln nach Dürren, die z. Z. alle 3–5 Jahre in unserem Gebiet auftreten.
Ohne künstliche Bewässerung ist das Problem nicht zu lösen. Künstliche Bewässerung kann auf den kleinen Grundstücken der Kleinbauern nicht bereitgestellt werden. Dies kann z. Z. nur auf dem Schulgelände durch die Wasserlieferung von Farm Ponds ermöglicht werden. Damit die in den Tropen häufigen Starkregen nicht überwiegend oberflächlich abfließen, wurden im Sahel „Wasserversickerungsgruben“, sogenannte Zai Pits, entwickelt. Diese 60 cm tiefen Pflanzgruben bewirken, dass das Regenwasser der Starkregen an Ort und Stelle versickert und den Boden mit Feuchtigkeit anreichert.
Die Eltern der Versuchsschulen haben nach entsprechendem landwirtschaftlichem Training Zai Pits auf dem Schulgelände gegraben. Die Landnutzung mit diesen Zai Pits ist wegen einer arbeitsintensiven organischen Düngung sehr effizient. Das Ziel ist es, dass die Eltern aller unserer Schulen im Laufe der Zeit mindestens 800 Zai Pits auf dem Schulgelände anlegen und dauerhaft bewirtschaften. Da keine Schulfläche groß genug ist, um den für die Schulgemeinschaft während einer Dürre benötigten Zai Pits Raum zu geben (3,5 ha), muss die kleinere Fläche mehrere Jahre bewirtschaftet werden. Die Ernten dürfen nicht sogleich verbraucht werden. Die 6–8 Ernten in 3–4 Jahren sollen vielmehr verkauft und die Erlöse auf einem Konto deponiert werden. Wenn dann nach 3–5 Jahren wieder eine Dürre eintritt, sollen die Erlöse zum Kauf von Nahrungsmitteln für das Schulessen verwendet werden: Finanzielle Vorratshaltung.
Das Zai-Pit-System funktioniert nur, wenn auf dem Schulgelände genügend Wasser zur Bewässerung in trockenen Zeiten zur Verfügung steht, sodass im Laufe eines Jahres tatsächlich zwei Ernten eingebracht werden können. Deshalb muss in den nächsten Jahren auf allen betroffenen Schulgrundstücken ein zweiter, zusätzlicher Farm Pond angelegt werden.
Durch das Engagement des Gymnasiums Damme hat die Kyanguyu-Schule hier einen Vorteil: Sie ist die einzige Schule, in der das Geld für die Finanzierung eines zweiten Farm Ponds durch den Spendenlauf 2025 schon zur Verfügung steht!

Dr. Christoph Stein

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