13.03.20
Digitalpakt: Gymnasium erhält 75013 Euro

Kultusminister Tonne überreicht Bewilligungsbescheid / Schule erwirbt 13 interaktive Tafeln für den Unterricht

Die Mittel fließen. Damit gehören die Dammer zu den ersten, die vom Programm profitieren. Für den Kauf von 13 interaktiven Tafeln hat das Dammer Gymnasium aus dem Digitalpakt Schule die ersten 75010 Euro erhalten. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) überreichte den Bewilligungsbescheid gestern in der Schule an Landrat Herbert Winkel – der Landkreis Vechta ist der Schulträger – und an Schulleiter Ludger Kässens.

Im Beisein zahlreicher Lehrkräfte der Schule betonte der Minister die Vorreiterrolle des Gymnasiums, das als eine der ersten Schulen im Land Mittel abgerufen habe. Schon bevor es den Digitalpakt gegeben habe, habe sich die Leitung des Gymnasiums mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt. Es sei wichtig, dass die Schulen die digitalen Techniken im Unterricht nutzen, schließlich müssten sie die Realität widerspiegeln, die vor und nach dem Unterricht gelte. Außerdem sei es eine ihrer Aufgaben, den Schülern zu zeigen, wie sie die Informationsflut im Internet filtern und bewerten können.

Insgesamt stehen den Schulen in Niedersachsen im Rahmen des Digitalpaktes 500 Millionen zur Verfügung. Das Gymnasium erhält 500000 Euro. Wie Dr. Rainer Ellerbrake von der Schulleitung mitteilte, wird das Gymnasium nun 86 Zoll große, interaktive Tafeln des Herstellers Smart kaufen. Im Laufe der kommenden Jahre sei geplant, jeden Klassenraum mit einer solchen Tafel auszustatten. Im Vorfeld hatte die Schule sich von vier Herstellern deren Geräte zeigen lassen.

Landrat Winkel verwies darauf, der Landkreis stelle für den Ausbau der Netzinfrastruktur in den Schulen im Kreis 2,4 Millionen Euro und weitere 3,3 Millionen mit Bundes- und Landeshilfe zur Verfügung. Der Kreis habe in einem Medienentwicklungsplan Standards für den digitalen Ausbau der Schulen festgelegt und ein Medienzentrum gegründet. Wichtig sei es aber auch, die Lehrkräfte an den Schulen in der Anwendung dieser Technik zu schulen.
Das sah der Minister ähnlich. Es sei mit Blick auf die Fortbildung der Pädagogen zu klären, wie die Arbeit mit digitalen Techniken in die Fortbildung integriert werde. Allerdings sage er auch, das Land werde nur Eckpfeiler für die Arbeit mit den digitalen Medien setzen. Die einzelnen Schulen sollten die größtmögliche Freiheit haben, wie sie diese Technik in den Unterricht integrieren. Schulleiter Ludger Kässens dankte dem Landkreis unter anderem für die Investitionen in das W-Lan-Netz im Gymnasium, das die Grundvoraussetzung für die Umsetzung des Digitalpaktes im Gymnasium gewesen sei.

Am Ende der Veranstaltung konfrontierte Clarissa Conrad, Mitglied des Schulbezirkspersonalrates Osnabrück, den Minister mit Zusagen, die er nach ihren Worten bislang nicht erfüllt hat. So forderte sie den Sozialdemokraten dazu auf, auf die Einhaltung der 40-Stunden-Woche für die Lehrer zu achten sowie die Teilzeitkräfte zu entlasten, ohne die Belastung auf die Lehrkräfte mit einer vollen Stelle abzuwälzen. Zudem stand auf einem gerahmten Papier, das sie dem Minister übergab, auch die Forderung nach Anrechnungsstunden für die Klassenleitungen und Tutoren.


KPL (Oldenburgische Volkszeitung, 10.03.2020)