23.09.19
Comedor benötigt weiter Hilfe aus Damme

Vertreterinnen des Gymnasiums nehmen an der 30-Jahr-Feier des Sozialprojekts im bolivianischen La Paz teil

Von Beginn an unterstützt die Schule das Projekt. In dem werden Kinder und Jugendliche betreut.

Seit 30 Jahren besteht in der bolivianischen Stadt La Paz eine ganz besondere Einrichtung für Kinder aus den armen Familien: der Comedor Wislitta. Das ist ein Schulsozialprojekt, das das Dammer Gymnasium von Beginn an unterstützt hat. Zur Feier des 30-jährigen Bestehens hatte das Gymnasium mit der Leiterin der Bolivien-Arbeitsgemeinschaft Birgit Trimpe-Olberding und mit Eva Bachmann zwei Mitglieder des Kollegiums und mit Sigrid Litzenburger, die viele Jahre die Bolivien-AG geleitet hatte, eine ehemalige Kollegin entsandt.

Im Comedor Wislitta – Wislitta heißt übersetzt Löffelchen – kümmern sich fünf feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vormittags um ältere Jugendliche, nachmittags um jüngere. Mittags treffen sich alle, um gemeinsam zu essen. Die Betreuung umfasst neben der Hausaufgabenhilfe unter anderem viele Literaturprojekte, eine Lese- und Feinmotorikförderung, Präventionsarbeit und die Förderung des Selbstbewusstseins.

Alle Comedor-Mitarbeiter seien sehr engagiert, betonte Sigrid Litzenburger. Die Einrichtung bekommt keine staatlichen Gelder. Ein vierköpfiges Direktorium verwaltet die Spenden. „Der Comedor benötigt unbedingt weiter Hilfe aus Damme“, sagte Birgit Trimpe-Olberding bei einem Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem die finanzielle. Kürzlich musste er für vier Monate schließen, da das Geld ausgegangen war. Der Grund dafür war eine vom Präsidenten verfügte Lohnerhöhung für die arbeitenden Bolivianer, die die Comedor-Leitung aber nicht zahlen konnte.

Derzeit betreuen die Mitarbeiter in der Einrichtung – zwei Stellen wurden jetzt gestrichen – 60 bis 65 Kinder und Jugendliche. Früher, so Sigrid Litzenburger, seien es bis zu 100 gewesen. Auch da machten sich die fehlenden Mittel bemerkbar.

Die Bereitschaft der Schulgemeinschaft, den Kindern und Jugendlichen in La Paz weiter zu helfen, sei auf jeden Fall vorhanden, versicherte Eva Bachmann. „Die jungen Schüler brennen darauf, in der Bolivien-AG mitzumachen“, ergänzte Birgit Trimpe-Olberding. Rund 30 Fünft- und Sechstklässler sind derzeit aktiv. Wie wichtig der Basar der AG ist, zeigte sich in diesem Jahr erneut. Rund 13000 Euro kamen für den Comedor zusammen. Zudem brachten die Vertreterinnen der Schule in Damme nach La Paz noch einen Scheck über 2500 Euro mit. Das war Geld, das die Unter- und Mittelstufenschüler, der Ehemaligenverein des Gymnasiums und eine frühere Lehrerin gestiftet hatten.

Um neben dem Basar zusätzliche Mittel für den Comedor zu bekommen, plant Birgit Trimpe-Olberding, in der Schule wieder die sogenannten Kuchentage einzuführen. An denen verkaufen Schüler Kuchen und sammeln Geld für La Paz. Ferner will die Bolivien-AG wieder bei den Weihnachtsmärkten in Damme, Rüschendorf und Steinfeld vertreten sein.

Klaus-Peter Lammert (Oldenburgische Volkszeitung, 16.09. 2019)