14.03.19
Ein Jahr im Amt

Interview mit Schulleiter Ludger Kässens

Abordnungen, Handynutzungsordnung und Digitalisierung: Der WPU-Kurs Journalismus hat das erste Amtsjahr unseres Schulleiters unter die Lupe genommen. Ludger Kässens hat sich den kritischen Fragen der Nachwuchsredakteure aus dem Jahrgang 8 gestellt und dabei unter anderem auch verraten, welchen Beruf er sich noch hätte vorstellen können.

WPU_Journalismus: Herr Kässens, Sie sind seit genau einem Jahr unser neuer Direktor. Wie war das erste Jahr für Sie als Schulleiter?
Kässens: Das erste Jahr war ganz spannend. Auch wenn ich die Schule schon gut kannte, musste ich mich doch in viele Bereiche neu einarbeiten. Eine große Herausforderung stellten die Abordnungen dar, die es zu organisieren galt.

WPU_Journalismus: Was ist anders an dem Amt, im Gegensatz zu ihrer vorherigen Erwartung?
Kässens: Es ist manchmal recht unruhig hier am Vormittag. Vor allem, wenn gleichzeitig viele Menschen morgens mit einer Frage auftauchen.

WPU_Journalismus: Vermissen Sie das Unterrichten?
Kässens: Ja, das vermisse ich wirklich. Ich bin ja in erster Linie Lehrer und nicht Verwaltungsbeamter geworden. Neben all den Verwaltungsaufgaben unterrichte ich eine Klasse mit 4 Stunden, das ist mir wichtig. Wenn ich keine Schüler mehr hätte, würde mir auch der Bezug zum Unterricht fehlen.

WPU_Journalismus: Wenn Sie nicht Lehrer / Schulleiter geworden wären, welchen Beruf hätten Sie noch gerne ausgeübt?
Kässens: Ich hätte mir auch einen Beruf als Ingenieur vorstellen können, z. B. im Bereich Fahrzeugtechnik, das hätte mich auch interessiert.

WPU_Journalismus: Was ist das Beste an dem Amt?
Kässens: Es gefällt mir, dass man gestalten kann, vor Ort Schwerpunkte setzen kann. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen und mit den Eltern zusammen Schule zu gestalten und auch voran zu bringen, das ist wirklich schön.

WPU_Journalismus: Auf welches Projekt sind Sie besonders stolz?
Kässens: Wir können stolz auf mehrere Projekte sein. Wir sind Europaschule und haben ein tolles Austauschprogramm mit anderen Schulen in Ungarn, Frankreich und neuerdings in Spanien. Wir sind darüber hinaus „MINT-EC-Schule“, das heißt wir haben einen Schwerpunkt im Bereich Naturwissenschaften. Schön ist auch der Wahlpflichtunterricht, dass wir hier Fächer wie Journalismus oder Spanisch anbieten können, das sind tolle Projekte.

WPU_Journalismus: Wie stehen Sie zur neuen Handy-Nutzungsordnung?
Kässens: Ich habe das ja auch mit unterstützt. Wir haben das im Vorfeld genügend diskutiert und uns verschiedene Meinungen angehört. Dass die Schüler in den Pausen ihr Handy nutzen dürfen, finde ich zunächst positiv. Wir werden aber auch sehr genau beobachten, wie das Handy genutzt wird und das Ganze dann evaluieren und hinterfragen, ob man etwas optimieren kann.

WPU_Journalismus: Warum gibt es so strenge Regeln?
Kässens: Gerade im Bereich von Datenschutz ist es wichtig, dass Personenrechte geschützt werden. Es muss strenge Regeln geben, die von allen in der Schulgemeinschaft auch eingehalten werden. Bei Zuwiderhandlung muss man vorgehen und sagen: das geht jetzt zu weit.

WPU_Journalismus: Was wollen Sie in Zukunft verändern?
Kässens: Es kommen große Veränderungen auf uns zu. Es wird zunehmend in die mediale Ausstattung der Schulen investiert. Wir müssen unsere Schule updaten. Dazu gehört eine Verbesserung der medialen Ausstattung der Klassenräume, dazu gehören Fortbildungen und vieles mehr. Ich denke, das ist ein ganz großes Projekt für die nächsten Jahre, welches wir angehen müssen.

WPU_Journalismus: Wenn eine gute Fee käme und Sie hätten drei Wünsche frei: was würden Sie sich für die Schule wünschen?
Kässens: Ich wünsche mir ein gutes Miteinander. Außerdem wünsche ich mir Offenheit – das bedeutet, dass Fragen und Probleme immer angesprochen werden können und ich wünsche mir Freude und Fröhlichkeit in der Schulgemeinschaft.

WPU_Journalismus: Danke für das Interview!

Die Fragen stellte Emily M. (8f), die Aufnahmequalität sicherten Jana D. (8e) und Katja W. (8a).

Hörfassung des Interviews

WPU-Journalismus, WES