25.12.18
Schnee entzückt fünf junge Argentinier

OV-Bericht vom 18.12.2018: Jugendliche aus Buenos Aires weilen im Rahmen eines Austauschprogramms zehn Wochen im Kreis Vechta

Sie sprechen ausgezeichnet Deutsch. Nun nutzen sie die Ferien, die Kenntnisse noch zu verbessern.

„Der Schnee war super schön.“ Was mancher Einheimische am vergangenen dritten Advent eher kritisch beäugt hat – Nicolas Rodriguez Garibaldi, Ulises Schat, Sofia Belén Baptista, Julieta Magali Esquivel und Stefania Lissa waren zu tiefst entzückt über die weiße Pracht, die plötzlich die Landschaft in ein ganz anderes Licht tauchte.

Was Wunder, Schnee ist etwas, was die 16 bis 17 Jahre alten Argentinier aus Buenos Aires in ihrer Heimat alle Jubeljahre zu sehen bekommen. Die fünf absolvieren gerade ein zehnwöchiges Austauschprogramm ihrer Schule, des Instituto Ballester, einer Privatschule, an der Deutsch als erste Fremdsprache auf dem Unterrichtsplan steht, mit dem Dammer Gymnasium. Insgesamt halten sich 56 Schülerinnen und Schüler des Instituto an deutschen Schulen auf – Unterricht verpassen sie zu Hause nicht, in Argentinien laufen die dreimonatigen Sommerferien.

Dass sich das Gymnasium erstmal an diesem Austausch beteiligt, ist vor allem der Verdienst Jesica Böttchers, die seit 2017 an der Schule Spanisch und Französisch unterrichtet und den Kontakt nach Argentinien über einen Studienfreund herstellte, der wiederum am Instituto arbeitet. Im Sommer nächsten Jahres soll er die fünf Dammer Gymnasiasten in Buenos Aires begrüßen, die derzeit die Gastgeber des Quintetts sind.

Und warum haben sie sich entschlossen, über Weihnachten nach Deutschland zu gehen? „Ich möchte die deutsche Kultur und Sprache besser kennenlernen“, sagt Stefania Lissa. Sofia Belén Baptista plant gar, in Deutschland etwas aus dem naturwissenschaftlichen Bereich zu studieren. Am liebsten in Bayreuth. Dort hat sie sich bereits umgesehen.

So angetan sie von der bayrischen Universitätsstadt war, so gut gefällt ihr die Adventszeit in Deutschland, die mit Weihnachtsmärkten, Adventskalendern und Glühwein so ganz anders ist als in Argentinien, wo den Menschen derzeit ob der Hitze der Sinn eher nach Kaltgetränken stehen dürfte.

Ein Lob gibt es von den fünf, die schon seit der Einschulung Deutsch in der Schule lernen und die Sprache nach Worten Jesica Böttchers sehr gut beherrschen, auch für die öffentliche Sicherheit. „Die Kriminalität in Buenos Aires ist viel höher“, sagt Nicolas Rodriguez Garibaldi, der als einziger ein bisschen Heimweh hat, weil ihm sein Vater fehlt. Gute Noten geben die Argentinier ferner dem Gymnasium, in dem der Unterricht anders abläuft als bei ihnen zu Hause. Dort müssen sie den jeweiligen Stoff viel mehr selbst erarbeiten. Außerdem haben sie mehr Unterrichtsstunden: vier Mal in der Woche von 7:45 bis 16:00Uhr, einmal bis 13:30 Uhr.

Zurück geht es am 01. Februar. Bis dahin wollen die fünf noch manches sehen, Hamburg zum Beispiel und die Schweiz.

Klaus-Peter Lammert (OV, 18.12.18)