02.01.18
Die Ära Decker endete zum Jahresende in der Mensa des Gymnasiums

Schulleitung und Schulgemeinschaft danken Helga und Heinrich Decker

Nach über 12 Jahren endete zum Jahresende die Ära Decker in der Mensa des Gymnasiums. Damit bricht in der Mensa zweifellos eine neue Zeitrechnung an, da die Mensa ohne Helga und Heinrich Decker für viele Schüler und Lehrer schwer vorstellbar ist.  

Klaus Peter Lammert würdigte das Wirken auf besondere Weise in einem Bericht in der Oldenburgischen Volkszeitung, der am 13. Dezember 2017 erschien. Unter der Überschrift „,Haschnibrö‘ hat bei Schülern Kultstatus“ und der Bemerkung, „Hähnchenschnitzelbrötchen ist einer der Renner. Doch die Speisekarte bietet wesentlich mehr“, eröffnete er den folgenden Bericht:

Auch am 21. Dezember, einem Donnerstag, werden Helga und Heinrich Decker die Türen der Mensa des Gymnasiums am Dienstende sorgfältig abschließen. Sowie an jedem Schultag. Nur: Es ist das letzte Mal. Das Ehepaar,  das seit dem 1. August 2005 so zum Schulalltag gehört wie etwa Hausmeister Johannes Pohlschneider, tritt in den Ruhestand. ,Da schwingt schon Wehmut mir‘, sagt Helga Decker. Sie habe lange überlegt, ob sie Ende des Jahres tatsächlich in den Ruhestand gehen will. Da aber ihr Mann Heinrich das Rentenalter erreicht hat, haben beide beschlossen, gemeinsam aufzuhören.
Begonnen haben die Deckers als Nachfolger des Goldenstedters Uwe Oswald. Damals
befand sich die Cafeteria mit ihren 50 Plätzen noch im Schulgebäude. Die Küche befand sich im Nachbarraum. Am 7. Dezember 2009 nahmen die Deckers die neue Mensa in Betrieb. Eine modern ausgestatte Küche und ein großer Speiseraum mit mehr als 100 Plätzen standen fortan zur Verfügung. Der Landkreis wollte damals nur eine Ausgabeküche einrichten, also ohne Geräte. ,Das wollte ich aber nicht‘, sagt Helga Decker, ,mein Ziel war es stets das gesamte Essen selbst zuzubereiten, weil so zum einen alles frisch ist und ich perfekt auf die Bedürfnisse der Schüler eingehen kann.“ Zu Anfangszeiten waren das bis zu 170 Essen pro Woche. ,Manchmal haben wir schon nachts mit den Vorbereitungen begonnen‘, erinnert sich Helga Decker. Anfangs boten sie auch zwei Gerichte an, heute nur noch eines. Denn die Zahl der ausgegebenen Essen ist gegenüber den Anfangsjahren deutlich gesunken, 20 bis 50 sind es noch. Der Grund: Es gibt viel weniger Nachmittagsunterricht.
Auf ein Küchengerät verzichteten die Deckers aber bewusst: eine Fritteuse. ,Wir wollten keine Pommesbude sein‘, betont Helga Decker. Etwa ein halbes Jahr nach der Übernahme erweiterten sie das Angebot um warme Snacks. ,Häschnibrö‘ – Hähnchenschnitzelbrötchen – ist bis heute der Renner. ,Das ist unser Kultprodukt‘, sagt Helga Decker.
Zudem geht der Trend zu Snacks wie Wraps und zu Salaten. ,Alles selbst gemacht.‘ Bis zu 300 Kunden stehen dafür in den Pausen und vor Schulbeginn an. Geöffnet ist die Mensa montags bis donnerstags von 7:30 bis 14 Uhr, freitags bis 12 Uhr.
Wer zu Mittag essen und nicht nur einen Snack kaufen will, muss das Gericht vorbestellen. Gut verkaufen sich Nudel- und Kartoffelgratin-Gerichte, weniger gut Krautsalat oder auch Gyros-Burger. ,Wir müssen das anbieten, was die Schüler wollen‘, erklärt Heinrich Decker. Aber die Deckers haben eben immer wieder neue Sachen kreiert und getestet, wie die bei der jungen Kundschaft ankommen, zum Beispiel Hähnchennuggets oder Powerbrötchen. Die Zutaten beziehen die Deckers noch bis zum 21. Dezember von verschiedenen Lieferanten: Frostware etwa wird zwei Mal pro Woche gebracht. Der Frischedienst bringt einmal pro Woche Käse, Aufschnitt, das Unternehmen Dorenkamp aus Damme liefert Getränke. Es gibt ferner Backwarenlieferanten. Frische Sachen wie Salat und Gurken kaufen die Deckers alle ein bis zwei Tage nach dem Dienst in der Mensa selber ein. So hat das Ehepaar stets seinen selbst gesteckten hohen Anspruch erfüllen können: alles selbst und immer frisch zuzubereiten.
Doch gerade für Heinrich Decker ist die Mensa immer mehr gewesen, als nur Speisen und Getränke zu verkaufen. Die Einrichtung ist für ihn  auch ein wichtiger Ort der Kommunikation: ,Es ist mein Ding, mich mit jungen Menschen zu unterhalten.‘ Auch das wird er ab dem 22. Dezember bestimmt vermissen
.“

Schulleitung, Personalrat und Schulgemeinschaft dankten Helga und Heinrich an ihrem letzten Mensatag für ihre engagierte Arbeit sowie die gute Zusammenarbeit und wünschen ihnen alles Gute für den weiteren Lebensweg.

KPL/HAN