11.09.17
Ahoi Matrosen!

Studienfahrt des Kurses PH21 auf dem IJsselmeer in den Niederlanden vom 13.08.2017 – 18.08.2017

Ahoi Matrosen, der Physik Hochleistungskurs PH21 meldet sich zurück an Land! Unser 5-tägiger Segeltörn auf dem IJsselmeer (ja I und J werden groß geschrieben!), zusammen mit unserem Tutor Herrn Lahme und Herrn Sieve, war interessant, aber auch anstrengend. Aber beginnen wir doch von vorne. Nach der Abfahrt am Sonntag um 16:15 aus Damme sind wir ca. 3,5 Std. später entspannt in Stavoren am IJsselmeer angekommen. Bei der ersten Begutachtung des Schiffes, auf dem wir die nächste Woche wohnen würden, kamen in uns Zweifel auf, ob wir mit dem Platz im Schiff zurechtkommen würden bzw. ob einige von uns mit ihrem Platz zurechtkommen würden. Unser Schiff, die Sudermar, ist ca. 25m lang, 5m breit und junge 113 Jahre alt. Während die Toiletten normal viel Platz boten, konnten in den Duschen nur die kleinsten von uns stehen, wobei der Rest sich hinhocken oder gar hinsetzen musste. Auch die Zimmer waren etwas zu klein geraten mit etwa 3 m² in den 2er-Zimmern und 5 m² in den 4er-Zimmern. Ähnlich viel Platz hatten wir in der Küche, die zum Bekochen der 16-köpfigen Crew dienen musste. Fürs erste Essen war das aber egal, da wir uns von zu Hause kalte Speisen mitgebracht hatten. Während wir also Wraps, Salate und andere Häppchen verdrückten, stellten sich unser Skipper Sipke und Maat Monique vor. Zwei schon etwas ältere Seebären, die ein doch recht schwer verständliches Deutsch beherrschten. So endete der erste Tag nach einer Einführung in die Regeln auf dem Schiff sattgegessen in den Betten.  
 
Der nächste Tag begann nach überstandener Nacht in doch recht bequemen Betten. Das mit dem Schlaf war aber so eine Sache, da manch einer eine Karriere als Kettensäge startete. Gestärkt durch ein leckeres Frühstück und Kaffee ging es dann um 10:00 Uhr zur Einweisung aufs Deck. Hier erklärte uns Sipke in seinem gebrochenen Deutsch, was es auf dem Schiff zu tun gibt. Hierbei lernten wir einige Schiffsbegriffe kennen, wie Fock, Marie oder Dirk auf die wir jetzt aber nicht näher eingehen. Durch die schwierige Kommunikation haben wir leider nicht alles auf Anhieb verstanden. Da ein Segelschiff aber echt aus vielen Tauen und Kurbeln besteht, ist das auch gar nicht möglich! Trotzdem schafften wir es abzulegen. Während der Fahrt war manchmal viel Leerlauf, weshalb wir Zeit gefunden haben, Knoten zu lernen, die wir später öfters gebraucht haben. Irgendwann erreichten wir dann Hoorn, wo der Küchendienst Hot Dogs zubereitete und der Rest auf die „Kermis“ (Die spinnen echt, die Holländer) ging. Nach dem Essen saßen wir noch etwas im Gemeinschaftsraum zusammen und gingen dann wieder schlafen.

Am nächsten Tag standen wir früh auf, nachdem erneut ein kompletter Regenwald im Schlaf gerodet worden war, und wollten aufs Deck gehen. Die Abfahrtszeit verschob sich allerdings aufgrund des Wetters um 2 Stunden. Um 11:30 Uhr mussten wir dann in Regenjacken raus. Es wehte extrem wenig Wind und wir mussten auch noch gegen den Wind fahren, weshalb Sipke schnell auf unseren Dieselmotor umstieg. Aufgrund des Regens verzog sich ein Teil der Crew unter Deck und das Segeln wurde von einigen wenigen geschaukelt. Doch alles hat wunderbar funktioniert und am Abend legten wir in Monnickendamm an. Hier hat unser Schiff jetzt ein bisschen länger stehen müssen, da es am nächsten Tag mit Bus nach Amsterdam gehen sollte. Der Küchendienst bereitete aufs Neue Essen für alle zu. Es gab Chili con carne, die ihn mitsamt Abwasch bis 0 Uhr beschäftigte, da der Gasherd nicht auf Touren kam und wir keine Spülmaschine hatten. An dieser Stelle vielen Dank an Küchenchef Inderpreet, ohne den wahrscheinlich Vieles nicht so gut geschmeckt hätte!

Am nächsten Tag ging es also mit dem Bus nach Amsterdam. Um auf der Rückfahrt die richtige Haltestelle wiederzufinden, machten einige von uns ein Foto von dem Haltestellenschild. Nach problemloser Busfahrt erreichten wir Amsterdam und besuchten hier das Science Center Nemo. Das ist die holländische Version des Universums in Bremen, also ein naturwissenschaftliches Mitmachmuseum. Hier konnten wir Teilzeitphysiker uns amüsieren. Um 13 Uhr wurden wir dann in die gut riechenden Straßen Amsterdams entlassen. In Kleingruppen machten wir die Hauptstadt unsicher. Dann ging es pünktlich zum Essen mit dem Bus zurück nach Monnikendamm, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Die Linie, mit der wir hingefahren sind, hielt auf dem Rückweg an anderen Haltestellen, eine Gruppe konnte keine Tickets kaufen, da es im Bus nur eine bestimmte Anzahl an vorgedruckten Tickets gab. Doch irgendwie haben wir es geschafft auch am Mittwochabend wieder zusammen unter Deck Abend zu essen. Es gab Tandoori Chicken, das wieder dank der Abschmeckkünste unseres Chefkochs hervorragend schmeckte. Während das Küchenteam vor sich hin werkelte, halfen wir anderen über Deck das Hauptsegel zu verkleinern. Es sollte nämlich am nächsten Tag so viel Wind geben, dass es bei ganz aufgespanntem Segel möglich gewesen wäre umzukippen!
 
Und wir bekamen diesen Wind! Fast alle befanden sich trotz regnerischem Wetter auf Deck, da man es wegen unserer Schräglage unter Deck gar nicht aushalten konnte. An einer Stelle wären 4 von uns fast von Bord gesegelt! Trotz dieses enormen Seegangs, haben wir die Überfahrt unfallfrei gemeistert und hatten mittlerweile die groben Abläufe auf dem Schiff gepeilt, sodass uns Maat Monique erstmals High Fives gab. Mit unglaublich viel Wind in den Segeln erreichten wir Enkhuizen, wo wir unseren letzten Abend verbrachten. Es gab Nudeln zum Abendessen, die aufgrund des langsamen Herdes wieder mal unglaublich lange gedauert haben. Nach dem Abendessen verabschiedeten sich unsere Lehrer, sodass wir unseren letzten Abend alleine gestalten durften. Danke dafür! Mit überdurchschnittlich guter Laune ging dann auch der letzte Abend auf dem Schiff irgendwann zwischen 1 und 2 zu Ende.

Am letzten Tag ging es ein letztes Mal ans Segeln, denn wir mussten noch zurück zu unserem Starthafen. Wir hatten normalen Wind, sodass wir ohne Probleme Stavoren erreichten, das Schiff aufräumten und unsere Sachen packten. Dann ging es mit einem Kleinbus zurück nach Hause, wo wir uns alle auf ein großes Bad und ein großes Zimmer freuten.
 
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass wir eine tolle Kursfahrt hatten, auf der wir den Zusammenhalt und das Teamwork in unserem Kurs ein ganz schönes Stück verstärken konnten. Vielen Dank an Herrn Lahme für die ausgezeichneten Fotos und vielen Dank an Herrn Sieve für den leckeren Kaffee jeden Morgen und dass sie so tatkräftig an Bord mitgeholfen haben! Auch wenn sie es nicht lesen werden und auch nicht verstehen würden, ein großes Danke an Sipke und Monique, die uns Chaoten aushielten und das Eine oder Andere zigmal neu erklären mussten!

Cedric Hagedorn, Lucas Klanke & Christopher Kenkel